Frank Martin – Messe für Doppelchor (Chorprojekt mit 2 Konzerten)

Woche 1B  19. – 25. Juli 2020
Chorprojekt mit Maarten Ophiel van Leer

 

Musik, das Wort, das wir in unserer Alltagssprache verwenden, ist nicht weniger als das Bild unseres Geliebten. Weil Musik das Bild unseres Geliebten ist, lieben wir Musik.“

– Hazrat Inayat Khan

Der Schweizer Komponist Frank Martin (Genf 1890 – Naarden 1974) verfasste 1922 und 1926 seine Messe für Doppelchor. Er schreibt: „Ich sah sie als eine Sache zwischen mir und Gott an. Vierzig Jahre musste sie auf ihre erste Aufführung warten. Was mich – wie übrigens so viele andere Musiker – an der Messe anzog, das war zunächst der Text, aber auch diese Form, die an und für sich bewundernswert ist, sowohl ästhetisch als psychologisch gesehen. Ich war damals 32 Jahre alt.“

Frank Martin setzt die venezianische Tradition des Doppelchores mit zwei räumlich getrennten Sängergruppen fort, welche den Text in einer reichen rhythmischen und harmonischen Textur ausdrücken. Die Doppelchorstruktur ermöglicht wunderbare Effekte von Impuls und Antwort, von Ausdruck und Reflexion.

Seit seiner Uraufführung im Jahr 1963 ist Martins Messe eines seiner am häufigsten gesungene Werke und gilt als eines der bedeutendsten A-Capella-Chorwerke des 20. Jahrhunderts. In den verschiedenen Sätzen fängt die Musik den Impuls und die Emotion der alten Texte in ihrem Wesen und auf eine so tiefgreifende Weise ein, dass eine universelle Sprache des Menschen und seine Verbindung mit dem Göttlichen gehört und erfahren wird. Dies gilt umso mehr für die Sänger! 

Wir heißen Sie herzlich willkommen, in diese wunderbare Musik einzutauchen. Chorerfahrung und die Bereitschaft, sich eigenständig auf die Partitur vorzubereiten, sind Voraussetzung für Teilnahme. Zu diesem Zweck wird eine Website mit Aufzeichnungen aller Chorstimmen zur Verfügung gestellt.

Gegen Ende der Woche sind 2 Konzerte, am Abend des 24. Juli 2020 in der wunderschönen Kirche von Olivone und am Nachmittag des 25. Juli in Mendrisio im Süden des Tessins geplant.

Maarten Ophiel van Leer

studierte Chor- und Orchesterleitung und Schulmusik in Holland. Seit 35 Jahren dirigiert er große Chor- und Oratorienwerke aller Epochen und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Musik, Stimme und Meditation. In den Camps des Zenith-Instituts in den Alpen unterstützte Ophiel seinen Gründer Pir Vilayat Inayat Khan seit den späten 70er Jahren bei der Leitung musikalischer Aktivitäten und tut dies auch weiterhin. Er leitet Chöre im Rhein-Main Gebiet, u.a. auch den Spiritueller Chor Singphonie in Frankfurt und lehrt Musik an der Freien Waldorfschule Wiesbaden.

Die Wirkung von Musik auf den Menschen hat ihn schon immer fasziniert. Er entwickelte Konzepte für Seminare, in denen neben Chorgesang auch Improvisation, Meditation und Obertongesang integriert sind.

Als Mitbegründer des Vereins „Musik für Frieden und Völkervererständnis“ (music-for-peace.net) dirigiert Ophiel Friedenskonzerte mit Bachs h-moll-Messe in verschiedenen europäischen Ländern bis ins Heilige Land.